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Neuigkeiten aus dem Hause bze.

16.10.2017

Mit Energie in die Zukunft

„Ich möchte viel lernen und einen guten Abschluss machen“, erklärt Jamil, der sich in den nächsten dreieinhalb Jahren den Beruf des Mechatronikers aneignen will. Vor zwei Jahren kam er als unbegleiteter Jugendlicher auf der Flucht vor dem syrischen Krieg nach Deutschland. Dass er nun seine Ausbildung am Standort Halle (Saale) absolvieren kann, verdankt der 20-Jährige, neben seinem starken Willen, der Initiative der enviaM-Gruppe „Ich pack` das!“.

Das Programm fördert junge Menschen, die es nicht immer auf dem direkten Weg in eine Ausbildung schaffen. Ein Jahr wurde er hier intensiv auf eine Metallausbildung vorbereitet und konnte Maschinen und Werkzeuge kennenlernen. Unterstützung fand Jamil dort unter anderem bei Ute Haupt, Leiterin der bze in Halle. „Jamil ist sehr wissbegierig und bringt auch die technische Begabung für den Beruf mit.“ Verwunderlich ist dies nicht, da er bereits vor seiner Flucht aus Syrien im elektrotechnischen Bereich gearbeitet hat und seine Leidenschaft zu diesem Berufsbild entwickelte: „Ich hatte schon früher in meiner Heimat mit Mechanik und Elektrotechnik zu tun. Das hat mich schon immer interessiert und ich freue mich, in Deutschland meine Intension zu vertiefen und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Arbeit als Mechatroniker gibt es in dieser Form in Syrien jedoch nicht.“ Auch wenn Jamil schon eine Menge gelernt hat und die Praxis ihm vermutlich wenig Probleme bereiten wird, hat er ein wenig Angst vor der Theorie. „In der deutschen Sprache muss ich noch einiges lernen, vor allem die vielen Fachbegriffe sind schwierig.“ Das ist verständlich, muss er sich doch jetzt an Wörter wie „Pneumatik“ oder „Schaltgerätekombinationen“ heranwagen.

 

Erfolgreicher Start

 

Mittlerweile sind die ersten Tage am neuen Ausbildungsplatz überstanden und sie waren vor allem eins – erlebnisreich. Jamil und die anderen Auszubildenden scheinen langsam angekommen und sich im Alltag zwischen Praxis und Pauken eingefunden zu haben. In enger Zusammenarbeit mit der bze erlernen sie nun erste praktische Grundlagen in modern ausgestatteten Werkstätten und Fachkabinetten. Wie wichtig eine gute Ausbildung und die richtige Betreuung der Berufsanwärter sind, weiß auch Ute Haupt: „Neben Praxis und Theorie ist uns der regelmäßige Kontakt zu unseren Auszubildenden besonders wichtig. Denn sie sind unsere Fachkräfte von morgen und wir wünschen uns, dass sie durch eine fundierte Ausbildung bei uns gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.“ Kennengelernt hatten sich die neuen Azubis und ihre Ausbilder bereits beim fünftägigen Berufseinsteigerseminar in der Landessportschule Osterburg Ende August. Hier besuchten alle gemeinsam Seminare zu den unterschiedlichsten Themen, wie Arbeitssicherheit, Präsentationstechniken, Datenschutz und vielen mehr. Auch Jamil lebte sich schnell ein und bei den sportlichen Aktivitäten fand er mit seinem offenen Lächeln sofort Anschluss. Für die Zukunft wünscht er sich und seinen neuen Kolleginnen und Kollegen, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen und lange in diesem Beruf arbeiten zu können.

 

Foto: Julia Wallitschek